das.tagebuch 2011

21.05.2011
Es gibt tatsächlich Schnittpunkte, an denen sich die virtuelle Welt und die tatsächliche Welt, auf der wir mehr oder weniger stabil stehen, einander versöhnlich die Hände reichen.
Zu diesen Orten gehören unsere Freizeitparks. Ich habe diese Erfahrung am Wochenende im Movieworld-Park gemacht, draussen in Bottrop-Kirchhellen. Alleine die Umgebung und die Ankunft mit dem Zug tragen schon phantastische Züge, zumindest für Menschen, die an das Leben in der Großstadt gefesselt sind: Grün, weitläufig, ruhig, man gondelt mit der dieselangetriebenen Bahn durch Felder und an Tennisplätzen vorbei. Einfach nur Pure Paradise. Mögen es die dort Ansässigen alltäglich vielleicht nicht ganz so reisserisch empfinden…
Und inmitten dieser tollen westfälischen (Ist doch noch Westfalen, oder?) Landschaft hat sich aus den Tiefen des Vergnügungsuniversums der Park Movieworld auf unseren Planeten gesenkt. Wenn ich mich angestrengt zu erinnern versuche, dann geschah das genau an dem Fleckchen Erde, an dem sich früher der Traumlandpark befunden hatte. Kennt den noch jemand?
Ganz egal. Mir ging es jedenfalls so, dass man von Attraktion zu Attraktion, von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft das Gefühl hatte, man würde sich in einem Spielkonsolen-Jump-and-Run-Spiel befinden. Die Kulissen hatten überall einen künstlerisch/künstlichen Zauber, der gepaart mit den spielerischen Ideen dahinter den Welten in einem Wee-Spiel in nichts nachstand. Ich war ständig auf der Suche nach irgendwelchen Münzen, die man einsammeln konnte, um am Ende des Tages das ganze Adventure zu lösen. Marioland ist nichts gegen die Karussels, Achterbahnen und sonstigen die-Eingeweide-ins-Hirn-drück-Gelegenheiten wie der Freefalltower. Hinter jeder Ecke eine neue, bonbonbunte Welt, aber nie aufdringlich. Versteht mich bitte nicht falsch. Das war Spaß pur! Und das völlig ohne Hintergedanken, sondern einfach nur: Wir haben einen ganzen Tag lang Freude. Macht Laune, echt!
Ich rufe dazu auf: Freunde, vergesst mal hin und wieder Eure ach so wichtigen Aufgaben und habt einfach nur Spaß! Ohne intellektuellen Unterbau, ohne Grund, sondern einfach nur: Vergnügt Euch mal!
Und jetzt versuche ich noch herauszufinden, was ich für die ganze Tasche voll gesammelter Münzen bekommen kann!

19.05.2011
Neulich fragte mich jemand: „Warum schreibst Du nicht über Sex und Gewalt? Das wollen die Leute lesen, da bleiben sie hängen!"
Na gut, Leute. Das hier ist nur für Euch: Über Sex und Gewalt.
Und ab morgen suche ich wieder die Themen selbst aus. 

09.05.2011
Man kann sich ja manchmal seine Mitbewohner nicht aussuchen, manche muss man nach hartem Kampf einfach akzeptieren.

In unserer Düsseldorfer Wohnung teilen wir uns jetzt für einige Zeit den Balkon mit einer werdenden Taubenmama. Gibt’s dafür eigentlich einen Begriff? So richtig schwanger sind Vögel nicht, wenn sie brüten. Aber fertige Eltern auch noch nicht, die Küken stecken in einer Art Zwischendimension.
Lange Wochen haben wir die Inbesitznahme einer windgeschützten Balkonecke abwehren können. Aber Taubes Hartnäckigkeit in Kombination mit unserer Abwesenheit am Wochenende hat das Spiel zu Gunsten der Fraktion Schneller Brüter entschieden. Schnell war dann eigentlich nur, die Eier zu legen. Das Brüten an sich scheint doch eine eher langwierige, langweilige Angelegenheit zu sein. Irgendwo müssen übrigens ungefähr ein Dutzend Kabelbinder fehlen. Das Taubenpaar hat etwa so viele zum Nestbau verwendet. Jetzt nicht, um irgendetwas zu befestigen, Kabel etwa. Nein, sie liegen einträchtig im Nestrund mit einigen Zweigen. Als ob es das normalste auf der Welt sei, dass Tauben zum Nestbau Kabelbinder verwenden.

Genug, gleich kommt Eishockey: Deutschland-Tschechien. Daumen drücken, bis sie schwarz-rot-gold sind...

08.05.2011
Wortspiele zum Thema Blog?
Blogwart. Abgedroschen, gibt Minuspunkte.
Blogruf des Goldes. Gut, oder? Wirft so etwas Literarisches in den Ring.
Bibbi Blogsberg. Auf den bin ich jetzt schon ein wenig stolz!

Und jetzt raus in den Garten...

07.05.2011
Gedanken zum Thema Auf-andere-verlassen-können:
Früher gab es eine Zeit, da kamen alle Bahnen, Züge, Straßenbahnen ums Verrecken pünktlich.
Lang ist es her, die Älteren erinnern sich vielleicht. Heute ist es irgendwie ein Roulette-Spiel, bei dem die Kugel in alle Richtungen fällt, oder auch mal gar nicht.

Erstes Spiel: Straßenbahn/U-Bahn in Düsseldorf.
Die U75 kommt sonst immer so pünktlich, da kam die Sanduhr nach stellen. Die um 14.56 kam auch nicht einfach zu spät, sie kam gar nicht. Erste Sorgen über die weiteren Anschlüsse auf dem Weg nach Bochum. Mit der U75 um 15.06 dann auf dem Weg zum Bahnhof. Die 10 Minuten Reserve sind dahin, aber seit wann kommen Regional-Expresse (Ist das so richtig?) pünktlich?

Zweites Spiel: Hauptbahnhof Düsseldorf:
Der RE1 um 15.23 war mal so frei. Denn um 15.24 war er nicht mehr auf der Info-Tafel sondern schon auf dem Weg nach Duisburg. Zum Glück hatte die S1 mehr als 10 Minuten Verspätung, so dass ich trotz lässigem Durch-die-ganzen-ankommenden-ESC-Fans-zum-Bahnsteig-Schlendern und dreifachem Versuch, einen funktionierenden Entwertungsautomaten für mein VRR Zusatzticket zu finden, die Bahn bekam. Gut soweit, das bringt mich wenigstens bis Essen-Steele.

Drittes Spiel:
Wechsel der S Bahn in Essen (S1 zu S3). Durch die offene Wagentür in Essen West bereits gehört, dass die S3 mehr als 5 Minuten Verspätung hat. "Wir bitten um Entschuldigung." Liebe Bahn-Leute, braucht Ihr doch gar nicht, ich find’s gut! In Essen Steele-Ost aus der S1 herausgefallen und wenige Minuten in die geplant-verspätete S3 wieder hinein. Was kann jetzt noch schief gehen?

Viertes Spiel:
Nur noch, in Bochum Dahlhausen die Straßenbahn nicht zu bekommen…
Deren roten Rücklichtern hinterher zu blicken hat etwas ernüchternd-demütigendes. „Junge, Du hast Dich bemüht, aber… Wir warten nicht ewig.“ Ewig wäre ja auch zu viel verlangt, eine winzige Minute hätte völlig gereicht...
Egal, auf dem 30-minütigen Fußmarsch hatte ich dann Gelegenheit, über die kleinen Rangeleien nachzudenken, die einem das Leben zu schenken pflegt.
Ist wohl so: Mal verlierst Du, mal gewinnen die anderen. Aber: Kopf hoch!!

06.05.2011
Was man alles in seinen Dateien findet! Habe erst einmal den Titel des Textes geändert in: Sieht man ja oben!
Neue Idee (...für mich. Für die Welt des Internet ein alter Hut, ich weiß): Willkommen zum Frühlings-Tagebuch.

Wie lang es läuft? Bis die Luft raus ist, würde ich sagen.

Man sollte in seinem Tagebuch auch Aktuelles veröffentlichen? Gut, geht schon. Aber ansonsten mache ich hier die Regeln. Ist nicht nur das WWW sondern nur meine.welt.

20.11.2009
Ist es arrogant, sich Gedanken über das eigene Sein und Werden zu machen, wenn man als Schriftsteller noch kein Buch veröffentlicht hat? Wenn das einzige, was von Quentin May existiert, ein rudimentärer Twitter-Roman, eine Homepage-Domain und ein paar Visitenkarten sind?
Zugegeben, da sind noch acht Kurzgeschichten und der 40-seitige Beginn eines Romans. Aber das ist ja alles noch nicht sehr respekterheischend, nicht wahr?