22.07.2017:

Es ist ja nicht so, dass ich nur die Bücher lese, über die ich kurz berichte. Aber diese hier sind mir ganz besonders wichtig. Und die heutigen Kandidaten sind:

- Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939 - 1945. Astrid Lindgrens Kriegstagebücher empfehle ich für jeden als Pflichtlektüre. Sie beschrieb Weltgeschichte, die der zweite Weltkrieg mittlerweile ist, fast tagesaktuell, denn damals war das weltweite Kriegsgeschehen ja sozusagen Tagespolitik. Und wenn man dann die aktuelle Berichterstattung über die heutigen bewaffneten Konflikte danebenlegt, muss man ihr auch aus heutiger Sicht Recht geben. Die Menschheit hat nicht nur den Verstand verloren, sie hat ihn auch seit damals nicht wieder gefunden. Sind wir wirklich so dumm? Scheint so.

- Hunter S. Thompson: Die Rolling Stone Jahre.
HST wird den meisten als Autor von "Fear And Loathing In Las Vegas" bekannt sein, zu Recht ein absolutes Meisterwerk (und das gilt für den Film unter der Regie von Terry Gilliam genauso wie für den Roman). Doch als Vertreter des Gonzo-Journalismus hat er so viel mehr Lesenswertes und aufgrund seiner subjektiven Sichtweise absolut Zutreffendes geschrieben.
In diesem Buch ist eine Vielzahl seiner Arbeiten für den Rolling Stone versammelt, für den er als innenpolitischer Redakteur tätig war. Und wer denkt, dass DJT der erste Idiot auf dem Posten des US-Präsidenten sei, der sollte Thompsons Betrachtungen zum US-Präsidentenwahlkampf 1972 aufmerksam lesen. (Siehe hierzu auch den heutigen Eintrag in: das tagebuch 2017)

11.04.2015:

Da liegen so viele neue und alte Bücher im Regal, die noch gelesen werden möchten. Zum Beispiel:

- Jack Kerouac: Maggie Cassidy. Eigentlich passt ja nicht wirklich was in Kerouacs Büchern, aber das tut es auf unglaublich tolle Art und Weise! Ich freu mich drauf.

- Truman Capote: Andere Stimmen, andere Räume. Also, wenn man 23 Jahren solch ein Meisterwerk als Debutroman hinlegt, kann ja nichts mehr schief gehen. Und so war's dann auch. Zum Frühstück treffen wir uns dann bei Tiffany. Guten Hunger!

- Jochen Distelmeyer: Otis. Pflichtprogramm für jeden, der Blumfeld liebt und mit Distelmeyers Musik groß geworden ist. Hat nicht ganz die positive Traurigkeit seines Albums "Heavy", aber Menschen beobachtet er wie kaum einer.


21.07.2011:

Urlaubslektüre, sind das jetzt:

Bücher über den Urlaub?

Bücher, die man für den Urlaub kauft?

Bücher, die man im Urlaub kauft?

Entscheiden Sie selbst für sich, hier sind zwei aus meiner Wahl:

Georg Koeniger: Cliff Hänger. Jemand, der aus Münster nach Bayern (oder Franken?) geht, als Flachländler das Klettern beginnt und dann auch noch darüber ein wirklich witziges Buch darüber schreibt? Warum auch nicht. Ich gebe zu, im Reiselektüreregal bin ich eher am Hinweis "Ohne Vorwort von Reinhold Messner" hängengeblieben als am Thema an sich. Mit Klettern habe ich nichts am Hut, ausserdem führt mich der Urlaub in die bergfernen Welten Ostfrieslands. Macht aber nichts. Dieses Buch kann jeder lesen. Egal, ob Du kletterst, im Verein Rennrad fährst, segelst oder ein ähnliches Insider-Fachbegriff-intensives Hobby betreibst. Dieses Buch hält uns allen einen Spiegel vor die Nase, aber wir sehen uns darin ziemlich vergnüglich verzerrt.

Oliver Uschmann: Murp! Hartmut und ich verzetteln sich. Oliver Uschmann war mir bisher nur durch Auftrittsankündigungen von Alex Amsterdam bekannt. Dieses Buch schlich sich in meinen Einkaufskorb im Buchladen, ohne daß ich es richtig bemerkt hatte. Es handelt vom Unperfekt sein, vom Inkonsequent sein. Was soll ich sagen? Es möge sich derjenige bei mir melden, der sich hier nicht auch wiedergefunden hat. Und trotz der Innenansicht, die man beim Lesen (oder eher danach, wenn man das Buch mal weglegt) für sich betreiben kann, möchte man wissen, wie diese Geschichte ausgeht. Die anderen Bücher der Hartmut und ich-Reihe werde ich wohl auch kaufen, wahrscheinlich. In chronologischer Reihenfolge? Kann mich jetzt nicht festlegen. Vielleicht kaufe ich auch was anderes oder vielleicht schaffe ich es gar nicht zum Buchladen, weil ich NHL 2011 spiele bis der Buchladen schließt obwohl ich eigentlich endlich den Brief vom Finanzamt beantworten muss. Ich merke schon, das Buch wirkt schneller als erwartet. Und ich werde mich draußen umschauen, wer so alles im langen Hänger steht. Eigentlich müsste dieser Text jetzt mit "Surrender" unterlegt sein, oder mit "Because of you".


17.04.2011:

Zeit, ein weiteres Werk vorzustellen:

- William von Simpson (1881 - 1945): Die Barrings. Man muss ja kein Anhänger von Preußen, Bismarck und dem vergangenen Kaiserreich sein. Aber dieser große Familienroman, der das Werden und Wirken einer ostpreußischen Adelsfamilie im Zeitraum 1875-1914 schildert, hat das gewisse Etwas, daß einen das Buch nicht mehr aus den Händen legen lässt. Natürlich im Stil der Zeit geschrieben, schwebt über dem Werk dennoch eine zeitlose Leichtigkeit, die es auch heute lesenswert macht.


20.01.2011:

... zur Zeit Werke zweier Schriftsteller, die vielleicht nicht mehr so bekannt sind:

- Jean Paul (1763 - 1825): Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch. Als Faksimiledruck aus dem zweiten Bändchen des "Komischen Anhangs" zum Titan. Diese Ausgabe ist im Verlag Benedikt Bickel, Schrobenhausen im Jahr 1991 erschienen.

- Carl Arnold Kortum (1745 - 1824): Die Jobsiade Leben, Meinungen und Taten von Hieronymus Jobs dem Kandidaten. Und zwar den Sonderdruck der Buchhandlung Oscar Hengstenberg Bochum zur Eröffnung der Ruhr-Universität Bochum aus dem Jahr 1965.

Warum diese beiden? Zum einen sind es Zufallstreffer aus dem Antiquariat, wobei Kortum natürlich für einen gebürtigen Bochumer ein Glücksfund ist. Die Jobsiade hatte ich schon lange im Hinterkopf, allerdings so weit hinten, daß ich nie gezielt danach gesucht hatte. Zum anderen sind beide Herren Satiriker, die der Gesellschaft, in der sie lebten, ein wenig den Spiegel vorgehalten haben. Und sie lebten und schrieben beide in einer Zeit des Umbruchs. Aus heutiger Sicht sind dies spannende Beobachtungen.